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Verein LinkeHand - Linkshändige Kinder im Kindergartenalltag
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Linkshändige Kinder im Kindergartenalltag

Die Betreuungspersonen im Kindergarten werden immer wieder mit linkshändigen Kindern konfrontiert, manchmal werden es mehr und manchmal weniger Kinder sein. Manche Kinder werden in ihrer Händigkeit schon gefestigt sein, andere werden noch experimentieren, das heißt, die Arbeitshand häufig wechseln.

Die Aufgabe der Betreuungspersonen sollte es daher sein, diesen Kindern bei der Festlegung ihrer Händigkeit behilflich zu sein, sie zu unterstützen und zu fördern.

Wichtig dabei ist vor allem, dass den Kindern händigkeits­gerechte Arbeits­materialien (Scheren, Spitzer, Schreibunterlagen, …) und händigkeits­neutrale Spiel­materialien (Materialien, die ohne Vor- bzw. Nachteile von Rechtshändern und Linkshändern gleich gut bespielbar sind) zur Verfügung stehen.

Hilfreich kann es auch sein, mit den Kindern ein Gespräch über Rechtshänder (RH) und Linkshänder (LH) zu führen, ihnen zu erklären, dass es im Kindergarten sowohl für RH, als auch für LH entsprechende Materialien (z.B. Scheren und Spitzer) gibt und deren Unter­scheidungs­merkmale erarbeiten.

Die Kinder sollen es als ganz normal empfinden, dass einige Kinder mit der linken Hand z.B. zeichnen oder schneiden, obwohl die meisten anderen die rechte Hand dazu benutzen und sie sollten auch ganz selbstverständlich die händigkeits­gerechten Materialien dafür verwenden.

Wichtig ist es, die Reaktionen der einzelnen LH-Kinder im Umgang mit z.B. einer LH-Schere zu beobachten. Da meistens zu Hause keine LH-Scheren vorhanden sind, hat sich das Kind vielleicht bereits an den Gebrauch der RH-Schere mit der linken Hand gewöhnt.

Nun ist es wichtig, das Kind behutsam an die LH-Schere zu gewöhnen. Gleichzeitig ist ein klärendes Gespräch mit den Eltern des Kindes notwendig, damit dem Kind auch zu Hause die entsprechenden Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden und Kindergarten und Elternhaus „am selben Strang ziehen". Schneidet hingegen das linkshändige Kind sicher mit der rechten Hand mit einer RH-Schere könnte man es dabei belassen, es sei denn, das Kind möchte lernen mit einer LH-Schere mit der linken Hand zu schneiden.

Weiters ist es wichtig, die Handhaltung beim Zeichnen und Schreiben zu überprüfen und gegebenenfalls behutsam zu korrigieren. Besonders wichtig ist dies bei Kindern im letzten Kindergartenjahr („Vorschul-Kinder"), um ihnen später das Schreiben lernen nicht unnötig zu erschweren. Leicht durchzuführen ist dieses Korrigieren im Rahmen der Vorschulblätter durch graphische Übungen, Schwung- und Nachspurübungen, … Um mit dem LH-Kind die ideale Lage des Blattes (bzw. später des Schreibheftes) einzuüben, ist es praktisch, dabei eine Schreibunterlage mit aufgedruckter Heftlage (nach J. B. Sattler) zu verwenden. Bei Kindern mit wechselndem Handgebrauch ist es wichtig, ein aufklärendes Gespräch mit den Eltern zu führen, um mit dem betreffenden Kind einen Händigkeitstest durchführen zu können.

Bei Esssituationen sollte akzeptiert werden, dass das linkshändige Kind „verkehrt" aufdecken könnte. Ein Linkshänder benützt das Besteck meist spiegelbildlich zu einem Rechtshänder. Ideal wäre hier natürlich ein LH-Messer, aber da, z.B. in einem Gasthaus, Restaurant, oder auch zu Hause kaum ein solches Messer vorhanden ist, ist es wahrscheinlich vorteilhafter, das Schneiden mit einem RH-Messer zu erlernen. Dabei sollte es aber dem Kind überlassen werden, welche Hand es zum Schneiden bevorzugt.

Auch ein Elternabend zum Thema „Mein Kind ist Linkshänder" könnte für manche Eltern von Interesse sein. Die Eltern hätten die Möglichkeit, sich mit anderen Eltern linkshändiger Kinder auszutauschen und Wissenswertes über die Linkshändigkeit und den Umgang damit zu erfahren. Außerdem könnten Eltern von LH-Vorschulkindern wichtige Informationen über „Linkshändigkeit & Schule" bekommen.

In vielen Kindergärten ist es üblich, die Kinder per Handschlag zu begrüßen, bzw. zu verabschieden. Aber muss es dabei immer traditions- und standesgemäß die rechte Hand sein? Es ist zwar wichtig, dass das Kind begrüßen und verabschieden kommt, aber es muss ja nicht immer per Handschlag sein. Es genügt doch auch eine verbale Grußformel, und gegebenenfalls kann man doch auch mal die linke Hand eines Kindes ergreifen. Eine weitere Möglichkeit wäre, abzuwarten für welche Variante sich das Kind entscheidet und dann entsprechend darauf zu reagieren. Dies ist vor allem bei jüngeren Kindern empfehlenswert, um dem Kind nicht das Gefühl von „Ablehnung der linken Hand" zu geben. älteren Kindern (vor allem den Vorschulkindern) kann man dann schon erklären, dass es üblich ist, mit der rechten Hand zu grüßen.

Gerade im Kindergarten ist es wichtig, auf die Händigkeit des einzelnen Kindes zu achten, das Kind in seiner Händigkeit bzw. der Suche danach, zu unterstützen und zu fördern, damit das Kind seinen weiteren Lebensweg möglichst problemlos mit der „richtigen" Hand meistern kann.

siehe dazu auch bei linkshaender.at - Infos für KindergartenpädagogInnen

Brigitte Radlinger - 2012
Kindergartenpädagogin

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